08. Naher & Mittlerer Osten

Heute im Orient: Bahrain zementiert Herrschaft der sunnitischen Minderheit; palästinensische Köngin Rania liest den Arabern die Leviten

Von den vielen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten ist die über tausend Jahre alte Konfrontation zwischen Sunniten und Schiiten bei weitem der dauerhafteste, der blutigste und letzlich auch die komplizierste Zwietracht. Am Rande dieses Konflikts sind zwei Ereignisse von Bedeutung, die das Geschehen im Orient mitbestimmen und die wirklichen Auseinandersetzungen im Islam sehr einleuchtend reflektieren.

Anschlag in Jerusalem: Der Westen subventioniert Zuwendungen an die “Märtyrer”

Der jüngste Anschlag auf betende Menschen in einer Jerusalemer Synagogue hat weltweit Empörung und Bestürzung ausgelöst. Allerdings nicht so sehr in Ramallah - die Zentrale der weitgehend vom Westen finanzierten palästinensischen Autorität; und schon gar nicht in Gaza - die Zentrale der Hamas-Regierung, die den Küstenstreifen an der Grenze zu Ägypten mit harter Hand führt.

Luftschläge produzieren Selbsttäuschung; Kalifat ISIS breitet sich aus

Die gemeldeten Erfolge im Kampf gegen das sunnitische Kalifat ISIS sind mit Vorsicht zu genießen. Während die USA und einige NATO Länder den neuen Staat mit Luftschlägen im Irak und in Syrien zu schwächen versuchen, verbreitet sich die Botschaft der Islamisten auch in anderen Teilen des Orient. ISIS hat bereits viele Anhänger in Lybien, im Sinai, in Gaza, im Yemen und sicherlich auch auf der arabischen Halbinsel, wo sich die heiligen Stätten des Islam befinden.

Wer gegen wen? Aus iranischer Sicht ist ISIS ein USA-Monstrum

Bei mehreren Gesprächsrunden in den letzten Tagen (hier ein Beispiel) habe ich mich bemüht, westlichem Publikum klar zu machen: Im Orient geht es zur Zeit nicht um eine Konfrontation zwischen bösen muslimischen Gotteskriegern einerseits und liberalen Demokraten andererseits. Es geht eher um einen islamisch-islamischen Streit, der vor ü...

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Islamische Front gegen das islamistische Kalifat? Fragen Sie in der Türkei nach

Die im Westen hochgepriesene Zusammenarbeit mit muslimischen Staaten bei der Bekämpfung von ISIS entpuppt sich immer mehr als Wunschdenken oder gar als Illusion. Es trifft zwar zu, dass mehrere arabische und islamische Staaten vorgeben, entschieden und konsequent gegen das neue Kalifat vorzugehen. Doch bei näherem Betrachten erweist sich, dass die Dinge ganz anders liegen.

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