02. Allgemeines

Idul Fitri, Hari Raya: Die muslimischen Nachbarn Indonesien und Malaysia feiern und streiten / Indonesia-Malaysia maritime dispute: End of Ramadan and TV series for kids help in easing tensions / אינדונזיה: העולם המוסלמי האחר

Daniel Dagan 5. September 2010

דניאל דגן – Waren Sie schon mal in Indonesien? Auf Bali? Oder so wie ich auf einer fernen Insel, Komodo, um die Warane zu besuchen? Vielleicht war Ihnen dabei nicht bewusst, dass Indonesien bei weitem das größte muslimische Land ist. Der asiatische Islam entwickelte sich ganz anderes als in Arabien, wo der Glaube ja herkommt und wo das unbestrittene Zentrum dieser großen Religion liegt. Doch viele Gemeinsamkeiten bleiben. Auch die hohen Feiertage, die allerdings teilweise anders genannt werden.

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Jakarta Globe: Stau! / Jakarta Post: Wege der Ferien / Mudik Senyum, Liputan: Angebote für Kinder zum Fest / The Sun, Kuala Lumpur: aus diesen Pflanzen wird eine traditionelle Speise zum Hari Raya zubereitet

In Indonesien und anderswo werden Muslime bald das Ende der Fastenzeit feiern. Der Ramadan wird mit einer feierlichen Mahlzeit abgeschlossen, die im größten muslimischen Land Idul Fitri heißt. Das ist eine Zeit der Freude und der Besinnung. Auch wenn man die vielen Probleme nicht vergessen kann. Im benachbarten Malaysia – auch ein muslimisches Land – nennt man übrigens die Feierlichkeit Hari Raya. Heute sammelte ich für Sie einige Eindrücke von einem fernen Islam, über den in Europa kaum berichtet wird. Zwar ist es eine andere Welt. Doch es ist auch unsere gemeinsame Welt.

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Bali Post: die Menschen denken an Glaubensgenossen in Pakistan / Inside Indonesia: die Kunst bietet Raum zum Nachdenken / Jakarta Globe: scharfe Kritik an der Haltung der Europäer gegenüber Muslimen auf dem alten Kontinent / …Kinderserie aus Malaysia bringt Entspannung in Indonesien / Jakarta Post: …beide muslimische Länder streiten heftig über Territorium und Seegrenzen (hier President SBY und Ministerpräsident Najib Tun Razak)

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Indonesien: Die Erde bebt, der Mensch bleibt machtlos

Malaysia, Fernost: Streit um das Wort Allah

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Nahost Friedensprozess und arabisch-muslimischer Alltag: von diesen Künstlern kann man lernen / Obsessed with the Arab-Israeli conflict? look at these reports in Egypt and Jordan / ישראל והסיכסוך באיזור: אובססיה מערבית ותקשורת ערבית

Daniel Dagan 4. September 2010

דניאל דגן – Täglich oder gar stündlich werden wir mit Berichten über den arabisch-israelischen Konflikt bombardiert. Manchmal gewinnt man fast den Eindruck, dass es keine anderen Themen gibt (die heftige, aktuelle Sarrazin-Debatte ist wohl die Ausnahme). Heute morgen habe ich Arabien besucht. Wie wird die Sache in arabischen Ländern wahrgenommen? Gerade jetzt, wo ein Dialog wieder beginnt? Sind auch die Araber von der Obsession Israel befallen, wie so viele Kollegen und Kommentatoren im Westen?

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Al Ahram, Kairo: Gespräche in Washington / Hoffnung; der Friede möge kommen / Jordan Times, Amman: Jordanien macht mit / Al Arab Al Yawn: der Weg zum Frieden ist steinig / Al Dustour: Pakistan zwischen Überflutung und islamistischem Terror

Schon auf den ersten Blick kann man feststellen: keineswegs! Und je länger man sich in die Lektüre vertieft desto stärker wird dieser Eindruck. In der Tat haben Araber so manch andere Probleme. Viele von ihnen können wohl zwischen Dichtung und Wahrheit unterscheiden. Zwar enthalten die Medien viel propagandistische Thesen, in denen Israel vorkommt. Doch vor allem ist der Alltag präsent, indem der Konflikt mit dem jüdischen Staat überhaupt keine Rolle spielt. Das ist auch verständlich, wenn man sich die Dimensionen vor Augen hält. Arabien ist RIESIG. Israel ist winzig klein.

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Logo von Arab News, Jordanien: das ist die kleine arabische Welt: wo ist GROßIsrael? / ägyptischer Alltag in Al Masri Al Youm: Makhlouf zeichnet Entdeckung von Mumien / Doaa Eladl: Gehalt reicht nur für Fuul (Bohnen) / Amro Selim: Uhr wird vorgestellt, damit Ägypten endlich vorwärts kommt / Safety and Security auf Ägyptisch

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Das wollen die Araber nicht unbedingt: neue islamistische Führer

Wer suchet, der findet: so klein ist GROßISRAEL

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Humboldt University of Berlin: A statement regarding plagiarized passages in a book published by Black Dog Publishing of the UK / Irresponsible behaviour of London based publisher, who is not prepared to accept liability and to issue a correction

Daniel Dagan 3. September 2010

Here is a statement signed by the President of the Humboldt University of Berlin. A key sentence in the statement reads: “The commision (of the university) confirms that Intellectual property rights have been infringed”. The book referred to in the university’s statement is this:

Hutchison, Alice. Kenneth Anger: A Demonic Visionary. London: Black Dog Publishing, 2004.

To read the document you would need a password. If you are interested in plagiarism from Academic works of students you are welcome to mail your name and address to: info(at)danieldagan.com Thank you for your attention.

Humboldt University Statement on Plagiarism

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The Humboldt University of Berlin, Germany, is Berlin’s oldest university. It was founded in 1810 by Wilhelm von Humboldt. The university’s name honors both its founder and his brother, the famous scientist Alexander von Humboldt. The university is located in the center of Berlin, at the boulevard Unter den Linden. Humboldt University is home to 29 Nobel Prize winners and enjoys a worldwide reputation for its Academic excellence

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Sarrazin geht; die Integrationsdebatte kommt / Immigration: Europe is failing its Muslims / קליטת מהגרים מוסלמים באירופה: למה זה לא עובד

Daniel Dagan 3. September 2010

דניאל דגן – Thilo Sarrazin hat Unerträgliches gesagt und geschrieben. Zum Beispiel, dass die jüdische Identität durch besondere Gene bestimmt wäre. Quatsch! Judentum ist keine Rasse. Jeder Mensch, egal welcher Herrkunft, kann Jude werden. Thilo Sarrazin hat viele Menschen – auch mich – irritiert und verärgert. Er hat sich verrannt. Er hat sich selbst großen Schaden zugefügt. Er hat nun einige Formulierungen wieder zurückgenommen. Immerhin.

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The Local: Deutschland diskutiert / Wall Street Journal: Rausschmiss aus der Bundesbank / Midi Libre, Frankreich: Arbeitslosigkeit… Gehälter… lauter soziale Probleme in Europa; auch der Herbst wird warm!  / Islam Online: das irritiert viele Menschen im Abendland / Joan Vizcarra in El Jueves, Spanien: Angela Merkel besorgt um Deutschlands Image

Doch vieles, was Thilo Sarrazin sagt und schreibt, trifft leider zu. Vor allem die enormen Integrationsprobleme, die eindeutig mit bestimmten Gruppen verbunden sind. Das wurde bisher weitgehend beschönigt oder gar verschwiegen – aus unsachlichen Gründen. Weil es sozusagen nicht Politically Correct wäre. Nun geht Sarrazin. Das ist auch gut so. Gleichzeitig aber kommt die große Debatte über Immigration von Muslimen in Deutschland und in Europa. Das ist ebenfalls gut!

Manche Selbstdarsteller und Scharfmacher versuchen mit allen Mitteln, sich mit dieser Debatte persönlich zu profilieren. Sie wollen unbedingt in die Medien kommen. Sie wollen ihre Eitelkeit befriedigen und sich in Szene setzten. Es sei ihnen gegönnt. Doch Deutschland und Europa brauchen eine ehrliche, offene und sachliche Auseinandersetzung mit dem großen Thema Immigration. Sarrazin hat dazu einen Beitrag geleistet. Das kann man nicht wegdiskutieren oder gar wegdenken.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Frankreich: Rachid zahlt Geldstrafe für Burka-Tragende

Minarett-Verbot in der Schweiz: die intolerante Eidgenossenschaft

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Chile: NASA betreut verstärkt die Bergleute; der Staat fragt nach Konzessionen der Betreiber / Lucas Urízar, Colegio San Augustín de Atacama: A Treasure in the Desert… / מדבר אטקמה, צ’ילה: דיווח מן השטח

Dagan 2. September 2010

דניאל ד’גן – Das Drama der Bergleute in der chilenischen Wüste von Atacama wird uns noch lange begleiten. Heute sind wir wieder dabei. Direkt in der Region, die fast nur noch ein Thema auf der Tagesordnung hat. Doch das ist auch ein Thema für die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA, die in die Betreuung der Bergleute intensiv involviert ist. Und es ist auch ein zentrales politisches Thema in der Hauptstadt Santiago.

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Diario Chañarcillo – direkt vom Ort des Geschehens: Aufmacher heute ist das Engagement der NASA / Kinder in ganz Chile schreiben an die Kinder der Bergleute / ein Jugendlicher des Colegio San Augustín de Atacama gewann einen Preis für seine Story “Der Schatz in der Wüste” / Metereologischer Dienst von Chile: Wetterverhältnisse heute in der Region

Die Popularität von Präsident Sebastián Piñera ist in den letzten Tagen erheblich gestiegen. Das führen die Meinungsforscher darauf zurück, dass er sich persönlich um das Schicksal der Bergleute kümmert. Eine weitere, noch bedeutsamere Nebenwirkung des Dramas: die Zustände in allen Minen von Chile werden unter die Lupe genommen. Parlamentarier fordern nun mit Nachdruck, dass die Konzessionen des Staates an die Betreiber überprüft werden. Es soll untersucht werden, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Zudem soll der Staat mehr Geld für die Übergabe der Nutzungsrechte bekommen.

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La Hora, Santiago: die Bohrmaschine ist momentan ausser Betrieb / La Nación: Popularität des Präsidenten gestiegen / Mico in La Nación: NASA versucht, Probleme des 19. Jahrhundert mit Technologie des 21. Jahrhundert zu lösen / diese Frau wartet auf ihren verschütteten Mann

Auf diesen Seiten finden Sie mehrere Beiträge über Lateinamerika. Lesen Sie bitte auch diesen Artikel:

Bohrarbeit zur Rettung der Bergleute beginnt

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Abbas & Netanyahu treffen sich zu Friedensgeprächen: Schule hat begonnen! / Washington Mideast Summit: talking peace or trading blames? / ערן וולקובסקי מתעד את פגישת עבאס נתניהו: שלום כיתה א’ בתהליך השלום

Daniel Dagan 1. September 2010

דניאל דגן – In Washington beginnen – endlich! – direkte Gespräche zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und dem Präsidenten der palästinensischen Autorität Mahmoud Abbas. Wieder mal eine Chance für den Frieden, die allerdings mit vielen Fragezeichen behaftet ist. Im Prinzip sind die Umrisse eines Kompromisses schon längst bekannt. Sie wurden bereits vor zehn Jahren in Camp David festgelegt. Sie wurden in zahllosen Gesprächen zwischen Ehud Olmert (dem Vorgänger von Netanyahu) diskutiert und abermals formuliert.

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Hassan Bleibel, Lebanon: Amerikaner verlassen den Irak; wer kommt? / direkte Gespräche à la Obama / Barry Hunau in Jerusalem Post: Sanktionen gegen Regionalmacht Iran? Teheran hat doch alles / sind das die direkten Gespräche Abbas-Netanyahu? / Plakat der Kunsthochschule Bezalel, Jerusalem: das umstrittene Land Israel

Leider aber fehlte bisher auf arabisch-palästinensischer Seite der Mut, den Konflikt endgültig zu begraben. Wie vor zehn Jahren Yasser Arafat (der Vorgänger von Abbas) weigerte sich vor zwei Jahren der jetzige palästinensische Präsident ein Papier zu unterschreiben, das einen großen, historischen Kompromiss zum Inhalt hätte: Austausch von Gebieten nach demographischen Gegebenheiten. Festlegung der Grenze zwischen Israel und dem künftigen palästinensischen Staat. Teilung von Aufgaben und Funktionen in Jerusalem. Beilegung der gegenseitigen Probleme um Flüchtlinge (Juden aus arabischen Ländern sowie Araber aus dem Kerngebiet Israels) durch Reparationen und eben nicht durch Rückkehr. Sicherheitsregelung. Und somit schließlich EIN ENDE DES KONFLIKTS.

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Eran Volokovsky, Ha’aretz: Abbas und Netanyahu bei Obama; Schule hat begonnen! / Moshik in Ma’ariv: Auf, zum Frieden! / Wafa, palästinensische Nachrichtenagentur, zeigt aktuelle Bilder aus Gaza – Markt und moderne Bibliothek / Iris: auch GROß-Israel ist SEHR klein!

Wie damals Arafat hat auch heute Abbas große, berechtigte Sorge, dass ihm die arabische und muslimische Welt nie verzeiht, wenn er einen jüdischen Staat im Lande Israel ein für allemal akzeptiert. Um Frieden zu schließen müsste Abbas eine sehr hohe Barriere der ideologischen und religiösen Überzeugung überwinden. Er müsste zugeben, dass es ein jüdisches Volk gibt. Er müsste sich dazu bekennen, dass dieses Volk nationale und souveräne Rechte hat. Das hat kein arabischer Leader vor Abbas getan. Das wäre ein Durchbruch, auf den wir alle gespannt warten. Doch aus der Sicht von weiten Teilen der arabischen und muslimischen Welt wäre das eine gefährliche, inakzeptable Entwicklung, die es zu vehindern gilt. Mit allen Mitteln – leider auch mit Gewalt.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Die Fußsohle von Obama: so macht man es nicht im Orient!

Goldsteinigung durch den Apartheid-Richter konnte den Dialog nicht aufhalten!

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Iran: und nun wird Carla Bruni beschimpft / Because she defends an Iranian woman… French first lady Carla Bruni branded as a “prostitute” and “immoral” / איראן: כלי התקשורת תוקפים את קרלה ברוני סרקוזי

Daniel Dagan 31. August 2010

דניאל דגן – Carla Bruni, die Frau des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, wird in diesen Tagen in iranischen Medien massiv beschimpft. Grund: Carla setzt sich für die Rechte einer iranischen Frau ein, die wegen Ehebruch und anderen Delikten zum Tode verurteilt wurde.

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France Soir, Libération: die Frau des Präsidenten Ziel einer iranischen Medienschelte / The Iranian, Zeitung der Opposition: Küssen-Lernen auf Iranisch / Inn, Iran: Frauen beim Gebet; so wollen es die Ayatollahs

Hier finden Sie einige Eindrücke, die diese Kampagne begleiten und die allgemeine Situation im Iran wiedergeben. Unten können Sie Berichte in Deutsch (Der Spiegel) und Französisch (France Soir) über die höchst peinliche Angelegenheit lesen.

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Chabar, Teheran: das ist zurzeit Recht im Iran / Iran Daily: Attacke auf Sarkozy auch wegen Abschiebung von Sinti und Roma / Karrikatur zeigt arabische Rivalen des Iran, die mit Hilfe der USA aufrüsten / Phil Disley im Guardian, Großbritannien: der iranische Präsident und seine langen Arme

So wird Carla in offiziellen iranischen Medien vorgestellt:

Bericht Spiegel Online / Bericht in France Soir

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Coast to Coast Ramadan: 30 Stations on the Road to God

Arabische Frauen in Israel und Palästina: hier sind sie stärker und einflußreicher

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Patt-Situation im Parlament heißt, dass die GROßEN bei den Kleinen betteln / Lost in the Outback of a Hung Parliament: Australia’s new government / אוסטרליה מחקה את ישראל: הקטנים קובעים מי ירכיב ממשלה

Daniel Dagan 30. August 2010

דניאל דגן – Noch vor zwei Wochen hat Australien gewählt. Doch Australien hat immer noch keine Regierung. Im Parlament herrscht eine Patt-Situation. Zwei große Parteien sind gleich groß. Das ist die Stunde der Kleinen. Mini, Splitter-Parteien oder gar einzelne Abgeordnete können bestimmen, wer demnächst auf dem Roten Kontinent regiert. Doch sie beeilen sich nicht. Sie stellen immer neue, manchmal absurde Forderungen. Die Lage gibt das ja her.

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The Advocate, Tasmania: was ist eine Patt-Situation? / The Australian: so wurde gewählt / Alan Moir in The Age: die Großen tanzen nach der Pfeife der Kleinen / Dave Brown in The Independent, Großbritannien: Hung Palament im roten, ausralischen Outback

Diese unglückliche Situation kenne ich gut aus meinem eigenen Land, aus Israel. In Jerusaelm habe ich schon viele Nächte verbracht, um Verhandlungen mit solchen Mini-Parteien zu verfolgen. Dabei wurden Forderungen gestellt, die wirklich aberwitzig waren. Es wurde schlicht und einfach erpresst. Posten für Freunde und Verwandte… eine Asphaltstraße zum eigenen Haus… doch damals dachte ich noch: Das ist Gerechtigkeit. Das ist Demokratie. So haben es die Wähler gewollt.

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Bleak in The Australian: diesen Bräutigam muss Ministerpräsidentin Julia Gillard unbedingt haben / …diese Frisur muss sie auch noch akzeptieren / The Age: davon träumt jeder Australier – ein eigenes Haus / Nicholson in The Australien: das kennen viele noch nicht; die neuen Australier, die meist aus Asien kommen

Heute bin ich fest der Überzeugung: diese Übermacht der Kleinen stellt die Dinge auf den Kopf. Es kann doch nicht sein, dass am Ende praktisch die Minderheit regiert. Oder gar einzelne Politiker, die manchmal kapriziöse Wünsche erfüllt bekommen. Die Demokratie muss sich gegen solche Situationen wehren. Möglich ist das allemal. Durch Korrekturen im Wahlsystem (oder auch durch andere Massnahmen) kann man wohl dafür sorgen, dass in den Parlamenten stabile Verhältnisse entstehen. Das ist nicht nur für Australien wichtig. Das ist wichtig für die Zukunft der Demokratie schlechthin.

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Frank-Walter Steinmeier: einfach ein guter Mensch / Watch David Cameron sharing a tender moment with his daughter; learn about her Arthurian link! / האיש הטוב שטיינמאייר: מנהיג האופוזיציה בגרמניה תרם כליה לאשתו

Daniel Dagan 29. August 2010

דניאל דגן – Frank-Walter Steinmeier gewinnt die Herzen der Menschen, indem er eine Niere an seine Frau spendet. Ein Mensch, der einfach liebt. Zufällig ist er auch ein Politiker… in Großbritannien bekommt Ministerpräsident David Cameron viel Sympathie, indem er sich mit seiner neugeborenen Tochter zeigt. Florence kommt nach Downing Street 10. Ihre Anwesenheit wird das Regieren mitbestimmen. Diese Vorstellung gefällt den Briten. Auch passend zum Königreich ist das kleine, süße Wesen. In ihrem vollen Namen – er laute Florence Rose Endellion – schwingt  ein Stück Nostalgie für König Arthur mit, wie die Experten von Daily Telegraph hier berichten. Viel Glück und gute Gesundheit!

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Stern, Berliner Kurier, Bild: alle schwärmen für Steinmeier! / Daily Telegraph, Heart: David Cameron wird durch Florence beliebter!

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Frank-Walter Steinmeier entschuldigt Heinrich Heine

David Cameron steigt zum Premier – auf der Clegg-up Leiter

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Ob in Afghanistan oder im Irak: die Ziele des Westens werden vor Ort ganz anders wahrgenommen / Afghanistan & Iraq at War: what Obama sees is not what America gets / על מלחמות טובות ורעות: כשלון אמריקני גם באפגניסטן, ה”בייבי” של אובמה

Daniel Dagan 29. August 2010

דניאל דגן – Die USA verabschiedet sich vom Irak. Für Präsident Barack Obama lautet das Fazit: mit dem bald abgeschlossenen Abzug wurde ein ungerechter Krieg beendet. Amerika konzentriert sich nun verstärkt auf das militärische Engagement in Afghanistan. Dieses – im Gegensatz zu Irak – betrachtet Obama als sinnvoll und gerecht. Denn da geht es (angeblich oder auch tatsächlich) um das vielzitierte Ziel Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

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Iraq All News: Obama kündigt Rückzug an / Al Manarah: …Amerikaner verlassen das Land / Addustour: Obamas Bad in der Militär-Menge / Anti War Blog: soviel Soldaten mussten im Irak ihr Leben lassen

Diese Darstellung reflektiert eine westliche Betrachtungsweise. Sie ist sicherlich wohlwollend. In beiden Ländern interveniert der Westen, um bestimmte und auch noble Werte sozusagen zu importieren: Freiheit. Demokratie. Rechte für Frauen. Transparenz. Das ist gut gemeint und am Rande hin und wieder auch wirksam. Doch der Schein trügt. Denn diese schöne, teilweise naive westliche Haltung entspricht ganz bestimmt nicht der Wahrnehmung der Menschen im Irak oder in Afghanistan.

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Al Moharer, Organ der Ba’ath Partei, die Saddam unterstützte: Unsitten aus dem Westen importiert / Patrick Chappatte in New York Times: die Amis gehen… wer kommt? / Salman Abed in Voice of Irak: amerikanischer Sieg im Irak? Zweifel sind erlaubt  / wer dreht an der Terror-Spirale?

Realistischerweise muss man unmissverständlich feststellen: Die meisten Menschen – sowohl im Irak als auch in Afghanistan – wollen oder können die westlichen Werte nicht verinnerlichen oder gar umsetzen. Für sie ist die westliche militärische Präsenz eine Parteinahme für eine bestimmte Volksgruppe im Land (im besten Fall) oder eine Unterjochung von Aussen (im schlimmsten Fall). Der Kampf gegen Al Kaida und andere Terrorgruppen gerät dabei in den Hintergrund.

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Kriegsschauplätze Afghanistan und Irak (Courtesy maps Magellan Geographix and Wiki Commons)

Die ethnische und religiöse Vielfalt im Irak and in Afghanistan wird im Westen als Bereicherung und Pluralismus verstanden. Doch vor Ort ist es Anlass für einen Dauerkampf, der täglich Opfer kostet. Beide Staaten wurden übrigens durch die Kolonialmacht Großbritannien errichtet, ohne dass es dafür die notwendige Koherenz und innere Integrität gab. Es ist also kein Zufall, dass die Einheit im Irak und Afghanistan immer wieder nur durch massive Gewaltanwendung bewahrt werden konnte.

Leider ist zu befürchten, dass die Kämpfe unter den rivalisierenden Volksgruppen weiterhin das Geschehen im Irak und Afghanistan bestimmen. Daran kann auch Obama nichts ändern. Die Iraker bzw. die Afghanen werden letzlich selbst darüber befinden müssen, ob sie die territoriale Intergrität behalten, und wie sie das jetzige (oder neue) Staatswesen gestalten. Dass dieser Prozess sehr schmerzhaft und möglicherweise blutig sein wird zeichnet sich schon jetzt ab. Ein Prozess von Nation Bulding kann nicht aus Amerika kommen. Auch beim besten Willen nicht.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Afghanistan, Irak, Somalia, Yemen: dem Westen sind die Hände gebunden

Sechs Anrainer schauen zu, wie Nato in Afghanistan blutet

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